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Hilfe für junge Volljährige


36. Wann liegt eine Hilfe für junge Volljährige vor?
Eine Hilfe für junge Volljährige wird geleistet, wenn der junge Mensch älter als 18 Jahre ist, aber das 21. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Dabei kann eine Beratung, die vor Vollendung des 21. Lebensjahres begonnen worden ist, auch noch für einen begrenzten Zeitraum darüber hinaus fortgesetzt werden.

37. Wie werden Leistungen nach § 41 SGB VIII erfasst? Es ist im Erhebungsbogen keine entsprechende Kategorie vorgesehen.
In die Bundesstatistik wird immer eine Leistung nach § 28 SGB VIII gemeldet. Ob diese Beratung eine Hilfe zur Erziehung (§ 27 SGB VIII) oder eine Hilfe für junge Volljährige (§ 41 SGB VIII) darstellt, entscheidet sich allein am Lebensalter des jungen Menschen. Aufgrund der Angabe zum Alter kann bei der Auswertung errechnet werden, ob es sich um eine Hilfe für junge Volljährige handelt.

38. Wie lange kann eine Hilfe für junge Volljährige noch über das 21. Lebensjahr hinaus in die Statistik gemeldet werden?
Wenn ein junger volljähriger Mensch Unterstützung durch Beratung erhält und während der Beratung das 21. Lebensjahr vollendet, so sollte in jedem Einzelfall geprüft werden, ob für ihn diese Unterstützung noch notwendig ist. Die Hilfe kann fortgesetzt werden, solange dies sachlich begründet ist und die Beratung das geeignete Mittel zur Unterstützung darstellt. Dabei muss geprüft werden, ob die Beratung zur Verselbstständigung und eigenverantwortlichen Lebensführung beiträgt. Wenn dies der Fall ist, kann die Beratung in die Bundesstatistik gemeldet werden.

Kann die Beratung nicht mehr zur Verselbstständigung und eigenverantwortlichen Lebensführung beitragen, so muss ggf. eine andere Unterstützung für den jungen Erwachsenen gesucht werden, die dann nicht in die Bundesstatistik der Jugendhilfe gemeldet wird.

39. Wie wird eine Beratung für junge Volljährige statistisch gemeldet, wenn das Beratungsgespräch mit den Eltern stattgefunden hat?
Eltern haben einen Anspruch auf Beratung, solange sie für minderjährige Kinder zu sorgen haben. Mit der Volljährigkeit geht der Anspruch auf eine Hilfeleistung auf den jungen Volljährigen selbst über. Er entscheidet nun, ob er eine Beratung in Anspruch nehmen will. Diese Leistung kann er nur persönlich erhalten. (Aber natürlich kann der junge Volljährige auch seine Eltern zur Beratung mitbringen.)

Eine Beratung von Eltern „um eines jungen Volljährigen willen“ ist im SGB VIII nicht vorgesehen. Materiell handelt es sich um eine Leistung im Rahmen der Ehe- und Lebensberatung; nicht um eine Jugendhilfeleistung. Daher erfolgt auch keine Meldung in die Bundesstatistik der Jugendhilfe.


40. Ein 24-jähriger Mann sucht die Beratungsstelle auf. Ist seine Beratung in die Statistik zu melden?
Nein. Junge Erwachsene, die nach Vollendung des 21. Lebensjahres eine Beratung beginnen (wollen), können keine Leistung auf der Grundlage des SGB VIII erhalten. Hier handelt es sich um Lebensberatung (bei allein stehenden Personen) oder auch um Partnerschafts- oder Eheberatung. Das ist nicht Aufgabe der Jugendhilfe. Diese jungen Erwachsenen sind an die entsprechenden Einrichtungen zu verweisen.

Ob eine Beratungsstelle trotz dieser Rechtslage eine Beratung beginnt, muss im Einzelfall entschieden werden und hängt in hohem Maße vom Hilfebedarf des Betroffenen ab. In dringenden Fällen wird auch eine Erziehungsberatungsstelle die Unterstützung junger Erwachsener nicht ablehnen (können). So ist z.B. bei Unglücksfällen zu beachten, dass den Fachkräften der Erziehungsberatung auch eine notfallpsychologische Betreuung Volljähriger zugemutet werden kann (vgl. dazu § 323c StGB – Unterlassene Hilfeleistung). Aber diese Beratungsleistung wird nicht in der Bundesstatistik erfasst.

Hier sollte die Einrichtung in Abstimmung mit ihrem Träger und dem örtlichen Jugendamt ähnlich pragmatische Regelungen treffen wie bei Beratungen, die im Einzelfall für Angehörige anderer Gebietskörperschaften erfolgen.

41. Wer meldet Erziehungsberatung für junge Volljährige?
Erziehungsberatung ist eine Leistung für Personensorgeberechtigte und andere Erziehungsberechtigte. Junge Volljährige erhalten eine Hilfe zur Persönlichkeitsentwicklung und zur eigenverantwortlichen Lebensführung. Diese kann die Form der Beratung nach § 28 haben. Die Meldung dieser Leistung in die Bundesstatistik erfolgt durch die Erziehungsberatungsstelle. Das gilt auch dann, wenn das Jugendamt an die Beratungsstelle verwiesen hat oder die Hilfe förmlich gewährt hat.

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Häufig gestellte Fragen

Personeller Stand der Erziehungsberatung

Inanspruchnahme von Erziehungsberatung