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Beendigung der Beratung


85. Wann könnte denn eine Beendigung durch die Einrichtung erfolgen? Wir schicken doch niemanden einfach weg.
Eine Beratung wird üblicherweise beendet, indem Beratungsfachkraft und Ratsuchender gemeinsam feststellen, dass die Beratung ihr Ziel erreicht hat und nicht weiter geführt werden muss.

Unabhängig von der Meinung des Ratsuchenden kann eine Beratungsfachkraft aber zu der Einschätzung kommen, dass Erziehungsberatung in diesem Fall nicht die angezeigte Hilfe ist. Sie muss dann die Beratung von sich aus beenden.

Sie wird dann den Ratsuchenden an eine ihr geeignet erscheinende Institution verweisen (z.B. Eheberatung, Schuldnerberatung usw.) oder dafür Sorge tragen, dass beim Jugendamt eine andere Hilfe zur Erziehung erwogen wird.

86. In welchen Fällen wird eine Erziehungsberatung denn durch die Ratsuchenden beendet? Noch sind die Fachkräfte zuständig.
Eine Beendigung, die von den Zielen des Hilfeplans bzw. von den Beratungszielen abweicht, liegt dann vor, wenn mit den Ratsuchenden (den Personensorgeberechtigten, den jungen Volljährigen oder den Minderjährigen) ein weiterer Beratungstermin vereinbart worden ist (die Fachkraft also die Fortsetzung der Beratung als notwendig eingeschätzt hat, um das Beratungsziel zu erreichen) und dieser Gesprächstermin nicht mehr wahrgenommen wird (und natürlich auch kein Ersatztermin mehr vereinbart wird).

87. Was können denn „sonstige Gründe“ für die Beendigung der Beratung sein?
Zu den sonstigen Gründen kann z.B. zählen: ein Umzug der Familie oder der Tod des Kindes oder eines Personensorgeberechtigten, der zu einer Umstrukturierung der Lebenssituation des Kindes führt.

88. Wie ist vorzugehen, wenn die „sechs Monate“, die ein letzter Kontakt zurückliegt, den Jahreswechsel einschließt?
Wenn der letzte Beratungskontakt im Vorjahr (z.B. im Dezember) gelegen hat, dann ist zunächst am Jahresende die Beratung als fortdauernd zu melden. Im Juni des Folgejahres erfolgt die (statistische) Beendigung der Beratung. Dabei ist der Juni als Monat des Beratungsendes einzutragen (letzter Beratungstermin plus sechs Monate).

112. Wir haben Fälle, bei denen Beratene nach mehreren Monaten (aber weniger als sechs Monate) anrufen und telefonisch mitteilen, dass sie keine Beratung mehr brauchen, weil ... Wie ist zu verfahren?
Die Beratung wird zum Zeitpunkt dieses Anrufs beendet. Dieser Zeitpunkt ist für die Bundesstatistik zu melden. Dabei ist unerheblich, dass der telefonische Kontakt selbst möglicherweise weniger als 30 Minuten in Anspruch genommen hat und deshalb für die Bundesstatistik nicht gezählt wird.

Wenn einem Beratenen anheim gestellt worden ist, die Beratungsstelle noch einmal aufzusuchen wenn es erforderlich erscheint und er - wie in diesem Fall – keinen Gebrauch davon macht, so ist als „Grund für die Beendigung“ anzugeben: „Beendigung gemäß Beratungszielen“.

113. Eine Beratung wird (statistisch) nach Ablauf von sechs Monaten beendet. Ist dann das Beratungsziel erreicht?
Den Ratsuchenden wird nach einer Beratung, die schon erfolgreich verlaufen ist, bei der aber möglicherweise noch eine weitere Unterstützung sinnvoll wäre, anheim gestellt, nötigenfalls die Beratungsstelle noch einmal aufzusuchen. Wenn dies nicht geschieht, kann davon ausgegangen werden, dass die Beratung gemäß den Beratungszielen beendet worden ist.

89. Am Ende einer Beratung ist im Idealfall keine weitere Hilfe erforderlich. Wie kann dies erfasst werden?
Für die unmittelbar nachfolgenden Hilfen stellt der Erhebungsbogen Alternativen von möglichen Hilfen zur Verfügung. Wenn keine Hilfe erforderlich ist, muss dies unter „keine nachfolgende Hilfe bekannt“ kodiert werden.

90. Ist eine andere, zur Erziehungsberatung parallel erbrachte Hilfe für ein Kind auch als „unmittelbar nachfolgende Hilfe“ anzugeben?
Eine zeitgleich erbrachte Hilfe zur Erziehung wird bereits mit einem eigenen Erhebungsbogen erfasst (z.B. am Ende eines Jahres als bestehende Hilfe). Spätestens mit ihrer Beendigung geht eine parallele Hilfe in die Bundesstatistik ein. Sie muss nicht zusätzlich als nachfolgende Hilfe angegeben werden.

91. Eine Erziehungsberatungsstelle gibt einen Fall an eine andere Erziehungsberatungsstelle ab. Was wird als nachfolgende Hilfe angegeben?
Es bietet sich hier zwar an, die Weiterleitung an eine andere Erziehungsberatungsstelle wie eine Weiterverweisung an Eheberatung, Schuldnerberatung usw. zu betrachten. Dann wäre die empfohlene Erziehungsberatungsstelle als „andere Einrichtung“ zu werten. Da aber die spezifischere Kategorie der „Hilfen zur Erziehung gemäß § 27 – 35, 41 SGB“ zur Verfügung steht, muss diese Konstellation als nachfolgende Hilfe zur Erziehung klassifiziert werden.

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Häufig gestellte Fragen

Personeller Stand der Erziehungsberatung

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